Lebkuchen und Spekulatius

Logistikhelden - Eine Weihnachtsgeschichte

Jedes Jahr dieselben Vorsätze bei den Weihnachtseinkäufen: Weniger Stress, mehr Vorlauf – und oft genug kommt es dann doch wieder anders. Logistiker kennen das nicht nur privat, sondern wissen berufsbedingt um all die Abläufe im Hintergrund, die nötig sind, damit auch die Kurzentschlossenen ihre Geschenke noch rechtzeitig unter den Weihnachtsbaum legen können.

Bremen, 19. November 2019

Wie Logistiker/innen jedes Jahr aufs Neue Weihnachten retten und warum das Fest zum wichtigen Jobmotor für den Wirtschaftsbereich geworden ist

Jedes Jahr dieselben Vorsätze bei den Weihnachtseinkäufen: Weniger Stress, mehr Vorlauf – und oft genug kommt es dann doch wieder anders. Logistiker/innen kennen das nicht nur privat, sondern wissen berufsbedingt um all die Abläufe im Hintergrund, die nötig sind, damit auch die Kurzentschlossenen ihre Geschenke noch rechtzeitig unter den Weihnachtsbaum legen können.

Lebkuchen und Spekulatius – lange vor den ersten Frostblumen an den Fensterscheiben des Lebensmitteleinzelhandels zeugen diese süßen Boten schon von der kalten Jahreszeit. Gemäß einer Nielsen-Umfrage geben die Deutschen zwischen September und Dezember allein für Lebkuchen 188 Millionen Euro aus. Sie sind zusammen mit Printen und Christstollen zudem nicht nur hierzulande beliebt, sondern echte Exportschlager – und das trotz saftiger Strafzölle, die beispielsweise auf den Import von Backwaren in den USA erhoben werden. Die süßen Leckereien sind containerweise über mehrere Wochen per Schiff in die USA unterwegs, um auch dort pünktlich zum Fest vernascht zu werden. „Lange vor der kalten Jahreszeit beginnt für viele Logistiker bereits die heiße Phase für die Weihnachtslogistik. Es erfordert einen immensen Aufwand, damit Einzel- und Onlinehandel ihre Kunden rechtzeitig vor dem Fest mit allem Gewünschten beliefern können“, berichtet Frauke Heistermann, Logistikexpertin und Sprecherin der bundesweiten Initiative „Die Wirtschaftsmacher“.

Denn es sind längst nicht nur Lebkuchen und Plätzchen, die das Jahresendgeschäft des Einzelhandels versüßen. Auch Weihnachtsschmuck erfreut sich einer anhaltenden Beliebtheit. Die Artikel kommen dabei zum größten Teil aus China und erreichen Deutschland auf dem Seeweg. Ohne eine gut geplante Logistikkette wäre das nicht denkbar und so mancher Christbaum bliebe schmucklos. Im vergangenen Jahr wurden gemäß einer Erhebung des statistischen Bundesamts rund 18.000 Tonnen Weihnachtsdekoration, 7.600 Tonnen Lichterketten und weitere Beleuchtungsartikel sowie 3.100 Tonnen Christbaumschmuck nach Deutschland importiert.

Handel erwartet Rekordumsätze, Logistiker rüsten sich für die Saison

Der Gesamtumsatz in der Vorweihnachtszeit beläuft sich nach aktuellen Schätzungen des Handelsverbands Deutschland auf rund 102 Milliarden Euro, ein Plus von drei Milliarden im Vergleich zum Vorjahr. Rund 14 Prozent davon entfallen auf Bestellungen im Internet, der Rest auf den stationären Handel. Besonders beliebt zur Weihnachtszeit sind neben der Saisonware auch Kleidung, Spielzeug und Elektronik.
Und was bedeutet die große Nachfrage für die Logistik? Der Bundesverband Paket und Expresslogistik rechnet damit, dass im November und Dezember 2019 rund 355 Millionen Pakete über alle Dienstleister ausgeliefert werden – 25 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Jede/r einzelne Paketbote/in bewegt täglich rund fünf Tonnen Gewicht, die er nicht selten hunderte Treppenstufen hoch- und runterwuchten muss.

Für Deutschlands drittgrößten Wirtschaftsbereich ist das Saisongeschäft immens wichtig, die Anforderungen an Lager und Personal aber auch sehr hoch. Immer wieder stoßen Logistiker/innen trotz sorgfältiger Planungen an Kapazitätsgrenzen und Hersteller und Handel nutzen längst nicht mehr nur einen, sondern zwei oder drei Versanddienstleister. Nur so können sie sicherstellen, dass die Bestellungen ihrer Kund/innen auch rechtzeitig vor Weihnachten ankommen.

Große Nachfrage zu Weihnachten schafft neue Stellen in der Logistik

Mit den jährlich weiter steigenden Paketzahlen wächst auch der Bedarf nach Fachkräften in der Logistik. „Wer denkt bei seinen Weihnachtseinkäufen schon an die Arbeitsplätze, die nicht zuletzt dadurch in der Logistik entstehen – auch über die Saison hinaus“, weiß Frauke Heistermann. Tatsache ist: Um das Saisongeschäft bewältigen zu können, stellen Logistiker/innen auch in diesem Jahr wieder zehntausende Aushilfskräfte ein. Dazu kommen mehrere tausend Festanstellungen. So wird die Vorweihnachtszeit zu einem der wichtigsten Job-Motoren.

„Die Logistik leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, dass unser Weihnachtsfest so verläuft, wie wir es uns wünschen. Das macht die Beschäftigten dieses Wirtschaftsbereichs in meinen Augen zu echten Logistikhelden.“ Und zum Fest haben sich dann auch diese Helden eine Pause mehr als verdient.

Die Wirtschaftsmacher:

Die Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ hat sich zum Ziel gesetzt, das Image der Logistik in der Gesellschaft zu verbessern. An der Initiative beteiligen sich rund 100 Unternehmen, logistiknahe Verbände, Vereine und Medien.
Dazu gehören Konzerne wie Airbus, BMW, DB Cargo oder VW, Handelsunternehmen wie EDEKA oder Globus, Logistikdienstleister wie BLG, Duvenbeck, ITG, Kühne + Nagel, LGI, LOXXESS, Meyer Logistik, Seifert Logistics oder ZUFALL, Softwareunternehmen wie AEB, PSI, Siemens Digital Logistics oder Timocom, aber auch Verbände und Netzwerke wie die Air Cargo Community Frankfurt, die Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV), das Deutsche Verkehrsforum, die Initiative Logistikimmobilien (Logix), das Stückgutnetzwerk System Alliance, der Verband der Automobilindustrie (VDA) sowie weitere Unternehmen und ideelle Träger aus unterschiedlichen Bereichen. Die Initiative ist offen für zusätzliche Unterstützer. Mit der Kampagne „Logistikhelden“ soll dem Fachkräftemangel in der Logistik entgegengewirkt werden.

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