Im Hafen Trier beginnen täglich viele Reisen. Nicht nur für die Reisenden von Flusskreuzfahrtschiffen, die tatsächlich des Öfteren hier anlegen, sondern für unzählige Waren des Alltags, Rohstoffe und Industrieprodukte. Damit sind Abläufe verbunden, die man sich selten vor Augen führt: trimodal, also per Schiff, Bahn und Lkw. Genau diese unsichtbare Leistung rückt die Kampagne „Ich bin HafenFan“ ins Schaufenster der Öffentlichkeit. Das funktioniert mit starken Bildern, kurzen Videoclips und mit Menschen, die dem Logistikknotenpunkt ein Gesicht geben. Vom Sport über die Wirtschaft bis zu Mitarbeitenden im Hafen bekennen sich Unterstützerinnen und Unterstützer zu dem, was hier passiert. Und sie unterstreichen die Bedeutung für die Moselregion.
Eines dieser Gesichter ist Vanessa Mikitenko, Nachwuchstalent im 5.000-Meter-Hindernislauf mit einer starken Verbindung zu Trier. Bereits als kleines Mädchen hat sie ihre Mutter, Irina Mikitenko, beim jährlichen Silvesterlauf-Event in Trier angefeuert. Seit Januar 2026 läuft die U23-Vizeeuropameisterin selbst für den Verein Silvesterlauf Trier. Bewegung ist ihr Antrieb, könnte man sagen. Damit trifft sie auch den Kern der Logistik: dranbleiben, Herausforderungen überwinden, vorwärtskommen. Was für sie der nächste getrackte Kilometer auf der Smartwatch ist, ist im Hafen Trier die nächste Etappe im Transport: Container vom Binnenschiff auf die Bahn, von dort auf den Lkw, alles effizient kombiniert.
So wird aus einem abstrakten Begriff wie „trimodaler Transportknotenpunkt“ eine greifbare Geschichte: Ein Auftrag aus der Region, Ware auf dem Wasser, Umladung am Kai, Weiterfahrt per Schiene. Am Ende stehen pünktliche Lieferungen, planbare Produktion und funktionierende Wertschöpfung. Die Kampagne „Ich bin HafenFan“ macht daraus eine Einladung: Hinschauen, verstehen, mitreden. Denn wer einmal begriffen hat, wie viel für unseren Alltag hier jeden Tag in Bewegung gesetzt wird, sieht Container nicht mehr als Stahlkisten, sondern als ein Versprechen, dass die Region läuft.
Ein geschichtsträchtiger Ort
Wenn sie in Trier ist, kommt Vanessa Mikitenko auf ihren Trainingsrunden regelmäßig an einem geschichtsträchtigen Ort für den Hafen und die Region vorbei, dem „Alten Krahnen“. Im Mittelalter war dieser steinerne Turmdrehkran das Herzstück für das wirtschaftliche Leben der Stadt, ein Symbol für wirtschaftlichen Fortschritt. Rund um ihn entstand ein lebendiger Hafenbereich mit Händlern, Schiffern und vielen Arbeitern. Doch mit der aufkommenden Industrialisierung im 19 Jahrhundert machten die begrenzten Flächen, die Nähe zur Innenstadt und die steigenden Verkehrsströme eine räumliche und funktionale Neuordnung notwendig. Die Lösung lag in der Entwicklung eines modernen Hafenstandorts außerhalb des historischen Zentrums.
Die Unterzeichnung des Moselvertrags am 27. Oktober 1956 durch Frankreich, Luxemburg und Deutschland legte einen wichtigen Grundstein für die Entwicklung des heutigen Trierer Hafens. Der Vertrag sah die Schiffbarmachung der Mosel durch den Ausbau des Flusses zur Großschifffahrtsstraße zwischen Thionville und Koblenz vor. Heute zählt dieser Abschnitt der Mosel zu den meistbefahrenen Wasserstraßen Europas. Wer regelmäßig auf den Wegen am Flußufer unterwegs ist, kann das auch an den zahlreichen Binnenschiffen sehen.
Der Hafen Trier ist mehr als ein logistischer Knotenpunkt. Er ist ein Ort der Begegnung, des Wandels und des Zusammenhalts. Von den Anfängen in der Römerzeit über das Mittelalter bis hin zum modernen Wirtschaftsstandort hat er immer Menschen, Geschichten und die Gemeinschaft geprägt. Genau das greift die Imagekampagne „Ich bin HafenFan“ auf. Hafenfan zu sein heißt auch, die Geschichte rund um diesen Binnenhafen zu kennen, und seine Bedeutung für die Region zu verstehen.

U23-Vizeeuropameisterin Vanessa Mikitenko vor dem „Alten Krahnen“ in Trier