Berit Börke Portrait Weltfrauentag
Weltfrauentag

Frauen in der Logistik: Ein Gespräch zum Internationalen Frauentag

Wie ist es, als Frau Karriere in der Logistik zu machen? Zum Internationaler Frauentag sprechen wir mit Berit Börke über ihren Karriereweg in der Logistik, ihre Erfahrungen und ihre Sicht auf aktuelle Entwicklungen.

Der Weltfrauentag steht für Fortschritt, Sichtbarkeit und die Frage, wie gleichberechtigte Teilhabe in Wirtschaft und Gesellschaft konkret gestaltet werden kann. Gerade in technisch geprägten und körperlich anspruchsvollen Bereichen, wie es sie auch in der Logistik gibt, sind Frauen in Führungspositionen noch immer seltener vertreten. Deshalb ist es wichtig, die Erfahrungen derjenigen zu teilen, die sich in diesem Umfeld behauptet, Hürden überwunden und Verantwortung übernommen haben.

Anlässlich des Weltfrauentags sprechen wir mit Berit Börke, Inhaberin des Beratungsunternehmens PARTNER FOR PIONEERS und Sprecherin der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“. Mit über 20 Jahren Erfahrung im drittgrößten Wirtschaftsbereich Deutschlands kennt sie die Logistikbranche mit all ihren Facetten und aktuellen Herausforderungen. Als Beirätin der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Vorstandsmitglied der Allianz pro Schiene e.V. sowie durch ihre Tätigkeit im Expertenrat der „Logistikweisen“ bringt sie ihre Expertise aktiv in zentrale Brancheninitiativen ein. In unserem Interview spricht sie über ihren beruflichen Weg in die Logistik, prägende Erfahrungen auf ihrem Karriereweg und ihre Sicht auf aktuelle Entwicklungen in der Branche.

Frau Börke, wie sind Sie zur Logistik gekommen?
Ich bin bereits während meines Studiums durch die Begegnung mit interessanten Menschen, also eher zufällig, zur Logistik gekommen. Und dieser spannende Bereich, wo Systeme über Grenzen hinweg funktionieren, weil es immer bessere Technologien gibt und ganz unterschiedliche Menschen mit sehr viel Spirit und „hands on“- Mentalität zusammenarbeiten, hat mich dann nie wieder losgelassen.

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften waren besonders wichtig auf Ihrem Weg in die aktuelle Position?
Gute Ideen, Entscheidungsfreude und Ausdauer in Transformationsprozessen waren immer wichtig. Unter Druck zu arbeiten, aber auch abschalten zu können und schnell wieder Energie zu gewinnen, sind für mich bis heute zentrale Fähigkeiten. Neugier und Interesse an unterschiedlichen Perspektiven helfen, mit sehr verschiedenen Stakeholdern zu arbeiten. In meiner heutigen Selbstständigkeit als Beraterin spielen die Vertriebs-Skills weiterhin eine große Rolle. Gleichzeitig profitiere ich von meiner langjährigen P&L-Verantwortung im operativen Management, weil sie Glaubwürdigkeit schafft und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglicht.

Welche konkreten Herausforderungen haben Sie als Frau in der Logistik erlebt?
Ich habe mich in dieser Branche immer sehr willkommen gefühlt. Wir Wirtschaftsmacher sind pragmatisch und stark lösungsorientiert: Es zählt, wer Verantwortung übernimmt, Dinge zum Laufen bringt und flexibel agieren kann.

Welche Veränderungen sind notwendig, um mehr Frauen für die Logistik zu gewinnen?
Vor allem ein realistischeres Bild der Branche. Logistik bedeutet hochkomplexe Systeme aus Technologien, internationalen Netzwerken und Teams, die mit Herzblut dabei sind. Gleichzeitig gibt es vielfältige und große Veränderungsprozesse in Geschäftsmodellen, Vertrieb und Marketing, Produkten und Services. Logistik macht den Unterschied, ob eine Lieferkette oder ein Unternehmen wettbewerbsfähig ist. Diese Themen bieten enorme Gestaltungsmöglichkeiten für viele unterschiedliche Talente, und das müssen wir sichtbar machen.

Welchen Rat würden Sie Frauen geben, die eine Karriere in der Logistik anstreben?
Neugierig sein, Verantwortung aktiv ergreifen und sich nicht von bestehenden oder überholten Bildern eines Sektors einschränken lassen. Logistik gehört zu den dynamischsten Branchen überhaupt – mit vielen offenen Fragen und Herausforderungen, die nach neuen Ideen und Perspektiven verlangen.